Dornenhimmel – Leseprobe Band 2

Ein kleiner Vorgeschmack auf

– DORNENHIMMEL – Boulevard der Begierde #unzensiert

 

Im zweiten Teil meiner Autobiographie wird Ihnen vielleicht mitunter der Atem stocken, wobei Sie sich stellenweise fragen werden, ob das auch wirklich so geschehen ist. Ja, das ist es, liebe Leser.

Ich freue mich Dornenhimmel Band 2 vorzustellen. 

Demnächst im Handel erhältlich.

 

…und nun ein Blick in ein SM-Studio

 

Kapitel 11. Engel Gabriel

 

An einem Morgen früh um neun Uhr rief mich ein netter Herr an, der sich mit „Hans“ vorstellte. Er fragte, ob er bei uns seinen Geburtstag mit allen Damen feiern könne.

„Prinzipiell kann man das arrangieren. Wie stellen Sie sich das denn genau vor?“, wollte ich wissen.

Er hatte sich genau überlegt, wie sein Geburtstag bei uns ablaufen müsste: „Ich komme übermorgen gegen 16 Uhr, bringe eine Torte von einem Konditor mit und wir trinken alle gemütlich einen Kaffee. Nach dem gemeinsamen Kränzchen würde ich mit der Uschi noch zwei intime Stunden verbringen, ginge das?“

„Freilich geht das!“, antwortete ich, „es freut uns außerordentlich, dass du mit uns feiern möchtest, den Sekt spendieren wir!“ 

Na, eine so nette Anfrage nahmen wir doch entzückt an, dies war eine willkommene Abwechslung!

Schaffensfreudig richteten wir an dem erwähnten Tag den Kaffeetisch hübsch her, wobei automatisch der Sekt kalt gestellt wurde. Mit einer großen Konditoreibox stand er in der Tür, ein vergnügt lächelnder, großer, schlanker Herr mit einem leider sehr ungepflegten Gebiss.

„Hallo, Hans“, begrüßte ich ihn beschwingt, „willkommen bei uns, komm rein!“

Ich führte ihn in den Veranstaltungsraum, wo er sichtlich zufrieden auf den einladend gedeckten Tisch schaute.

„Nun stell‘ mal den Kuchen und deine Tasche ab, damit ich dir endlich gratulieren kann!“ Quietschvergnügt umarmte ich ihn, während die besten Glückwünsche aus mir sprudelten. Unverzüglich rief ich nach den Mädels. Alle Damen betraten in fröhlicher Laune den Raum, wodurch er sich gleich durchwärmt und äußerst herzlich aufgenommen fühlte, als sie ihm alle emotional zum Geburtstag gratulierten.

Mit glänzenden Augen glühte er ständig „seine“ Uschi an, in die er sich gleich verliebte, nachdem er sie zuvor auf unserer Homepage ausgesucht hatte.

Das Kaffeetrinken nebst Verzehr der cremigen Kalorienbombe war angenehm familiär. In unserem Mittagshock herrschte eine lockere Stimmung, deshalb traute sich Hans irgendwann, mich zu fragen, ob er sich umziehen dürfe. 

„Ja!“, antwortete ich erstaunt und führte ihn mit seiner Tragetasche in den Nebenraum. „Du meldest dich, sobald du fertig bist“, rief ich ihm süß im Hinausgehen zu.

Als ich mich wieder an den Kaffeetisch setzte, flüsterte Uschi mir gedämpft zu: „Du, Dorina, den küsse ich bestimmt nicht, der hat ekelig fiese 

Zähne!“

„Das entscheidest du für dich allein“, wehrte ich ab, „nicht meine Baustelle!“ 

„Schon klar“, maulte sie ein bisschen mürrisch. „Den müsste ich mindestens für einen Tag zum Zähneputzen verdonnern.“ Ich musste ihr beipflichten. Er war ein netter Kerl. Doch sein Gebiss ließ ehrlich einiges zu wünschen übrig. Ungepflegt, unansehnlich, kurz und knapp – widerlich. So war das halt gelegentlich, wenn Männer alleine lebten, tröstete ich Uschi.

Hans rief aus dem Nebenraum: „Kann ich jetzt reinkommen?“ Ich stand auf, um ihn im Empfang zu nehmen. Beschwingt öffnete ich die Tür für ihn, wobei mir um ein Haar meine Gesichtszüge zu entgleisen drohten. Ach du Scheiße, was war das? Da stand doch tatsächlich ein reifer Kerl in einem aufwändigen, teuer aussehenden Engelskostüm vor mir. Ein glänzendes Gewand ganz in weiß, mit Goldbordüren verziert, mitsamt ausladender Flügel. 

Zur Krönung trug er noch einen Heiligenschein.

Ich war sprachlos. Mir fehlten einfach die Worte. Überdies hatte ich größte Mühe, mir das Lachen zu verkneifen. Hoffentlich kreischten die Mädels nicht hörbar los, wenn sie ihn in dieser Kostümierung sahen!

Schnell sagte ich zu ihm: „Olla, du bist umgezogen, du siehst spektakulär originell aus. Du wartest noch, bitte!“, und flitzte zurück zur Kaffeetafel.

„Mädels!“, prustete ich los, „ihr müsst euch jetzt am Riemen reißen, der Typ hat sich wie ein Engel verkleidet, der sieht einfach affig aus, ich dachte eben, das gibt’s nicht! Bitte kein Gelächter, wenn er reinkommt!“

In der Hoffnung, alle würden es schaffen, halbwegs ernst zu bleiben, führte ich ihn zur festlichen Gesellschaft, wo er wie eine große Zirkusattraktion angekündigt wurde: „Achtung, meine verehrten Damen, hier präsentiere ich euch den Engel Gabriel – Applaus!“ Ohne Umschweife fing ich an, heftig zu applaudieren, was ansteckend auf die Anwesenden wirkte. Das war die einzige Idee, die mir auf die Schnelle in den Sinn kam, um die peinliche Situation einigermaßen zu entschärfen. Es funktionierte! Auch wenn den Mädels fast der Kuchen im Halse steckengeblieben wäre und Mariella ihren Drang zum Losbrüllen durch einen fingierten Hustenanfall verbergen musste, unserem Geburtstagsgast gefiel der Name Gabriel ausnehmend gut. Mit stolz geschwellter Brust schritt er wie ein Gockel auf Uschi zu, woraufhin Luna aufsprang, mit letzter Kraft ein „ich muss mal!“ herausbrachte und schnell aus dem Raum stürzte. Wahrscheinlich musste sie sich draußen erst mal auskichern. 

Gabriel setzte sich zu seiner Auserwählten, dabei legte er seinen Arm ungeniert besitzergreifend um sie. Wer sie kannte, konnte deutlich sehen, wie unbehaglich diese Umarmung für sie war. Doch er war ihr Balzgockel, irgendwie musste sie die Sache hinter sich bringen. Couragiert schnappte sie kurzum seine Hand und hauchte bezaubernd: „Komm, mein Schatz, wir gehen jetzt auf mein Zimmer, dort sind wir zwei vollkommen allein.“

Er stand eilig auf. Voller intimer Erwartung folgte er ihr in erkennbarer Vorfreude. Nach der gebuchten Zeit brachte Uschi ihn wieder zu mir. Er hatte das Kostüm in seiner mitgebrachten Tüte verstaut und setzte sich wie ein Playboy in seinem Anzug mir gegenüber an den Tisch. 

„Oh, du strahlst aber!“, lächelte ich ihn heiter an. „War es angenehm für dich?“

„Ach, es war sagenhaft mit ihr, ich hatte heute einen wirklich unvergesslichen Geburtstag mit euch allen!“, lächelte er glückselig, fügte noch hinzu: „Du, Dorina, ich hätte da noch eine Frage?“

„Nur zu“, ermutigte ich ihn, „ich höre!“

„Es ist so“, flüsterte er mir ins Ohr, „demnächst bekomme ich eine Einkommenssteuerrückzahlung, die würde ich gerne mit euch verprassen. Ich habe da meine exakten Vorstellungen, die kannst du doch verlässlich umsetzen?“ Bittend schaute er mich an, optimistisch mein „ja“ erwartend, doch auf die Schnelle konnte ich keine Zusage geben, immerhin musste ich erst mal wissen, was genau er sich denn vorstellte.

Er meinte, in den nächsten Tagen würde er mir eine ausführliche Mail schicken, mit all seinen detaillierten Vorstellungen. Auf jeden Fall müsse es eine Nacht plus den darauffolgenden Tag gehen, wenn dies im Bereich des Möglichen wäre.

„Hans, schick du mir erst mal deine Mail, ich lese mir diese genau durch und lasse es dich wissen, ob ich deine Sehnsüchte wahr werden lassen kann, ok?“ Mit dieser Antwort war er fürs Erste zufrieden.

Tags darauf erzählte ich den Mädels von seiner Anfrage. Sie waren enorm naseweis, welche speziellen Absichten er haben würde. Noch häufig amüsierten wir uns darüber, wie bescheuert Hans in seiner Aufmachung ausgesehen hatte, aber auf der anderen Seite waren wir zugleich auch irgendwie fasziniert davon, wie mutig jemand war, sich einer Frauengruppe in diesem Outfit zu präsentieren. Dabei fragten wir uns offen, wie um alles in der Welt ein Erwachsener auf diese absurde Idee kommen konnte! War ihm denn tatsächlich nicht bewusst gewesen, wie extrem lächerlich er ausgesehen hatte?

Zwei Tage später erreichte mich schließlich die Anleitungsmail. Nachdem ich sie zum dritten Mal gelesen hatte, begann ich mir auszumalen, wie ich all das, was er sich wünschte, gekonnt umsetzen könnte – puh, da würde wirklich ein hohes Maß an Einbildungskraft gefragt sein!

Seiner Vorstellung entsprechend würde er ins Häusle kommen, wobei sofort bezahlt werden müsste. Darauf sollte er umgehend Handschellen angelegt bekommen und auch sogleich entkleidet werden.

Nach diesem Verfahren sollte eine Untersuchung als Vorbereitung für den erotischen Nachmittag stattfinden. Gefesselt müsste er einiges über sich ergehen lassen, wie eine Eieraufspritzung. Hierbei wird mittels einer Spritze eine Kochsalzlösung unter die Haut injiziert, welche den Hodensack anschwellen lässt. Die Salzlösung wird vom Körper rückstandslos abgebaut. Wenn man diesen Vorgang beherrscht, ist es nicht folgenreich. Vorher wollte er noch eine Elektrostimulation am Penis inklusive Hoden, nachdem ihm ein kleiner Analvibrator eingeführt worden wäre, der die gesamte Behandlung über drin bleiben müsste. Auch diverse SM-Techniken würde er mal ausprobieren, wenn sie nicht zu schmerzhaft wären. 

Zwei Girls müssten ihn duschen und dabei den behaarten Körper zwangsrasieren. Mit ihnen würde er anschließend einen Dreier kennenlernen wollen. Intensives Küssen und französische Leckereien müssten ebenfalls dabei sein. Vorher sollten sie ihre Körper sowie ihre Mösen mit Sahne besprühen, die er ablecken müsste. Sein allergrößtes Begehren war die möglichst real gestaltete Heirat mit Uschi, gefolgt von einer Hochzeitsnacht. Am Morgen darauf sollte es noch ein ausgiebiges Frühstück mit allen Mitwirkenden geben und zum krönenden Abschluss wollte er noch eine entspannende Massage mit einem flotten Dreier. Stündlich möge ihm eine kleine Pause von 15-30 Minuten vergönnt sein, die er jeweils gefesselt im Käfig zubringen wollte. Anschließend sollte die Herrin ihn für seine Geilheit bestrafen, das könnte sie tun, indem sie ihm sanftere Peitschenhiebe versetze.

Aber das war noch längst nicht alles. Nach diesen Vorgängen wollte er eine reale Beerdigungszeremonie ertragen, wobei er ein Verstorbener sein wollte. Dabei sollte er genötigt werden, regungslos in einem verschlossenen Sarg zu liegen. Zwei süße Lolitas, mit Totenhemdchen bekleidet, sollten ihn befreien und im Schattenreich in Empfang nehmen, wo der erotische Teil beginnen könnte. 

Hans hatte keine Nekrophilieveranlagung, wie er schrieb. Der Begriff Nekrophilie bezeichnet den perversen Sex mit Leichen. Trotzdem wollte er dies ansatzweise mal ausprobieren. Diese Vorstellungen konnte ich gar nicht nachvollziehen, doch sie in die Tat umzusetzen war eine gewisse Herausforderung für mich, die ich unbedingt annehmen wollte.

Weiter schrieb er, er wollte im Himmel eine wilde Orgie mit allen Engelchen feiern, um sich dabei einmal wie ein Herrscher zu fühlen, der im Besitz eines Harems war.

Na, das war doch mal eine Ansage, dachte ich. Umgehend fing es in meinem Hirn an zu rattern, wie all das möglichst real umgesetzt werden könnte. Ohne Verzug setzte ich mich hin und begann, unter Berücksichtigung all seiner Vorstellungen, ein Drehbuch zu schreiben. Dies war notwendig, um die Abfolge zu klären, welche Dame mit ihrem speziellen Service für welchen Part zuständig wäre. Es war nicht jede qualifiziert, im Teamwork zu agieren. Von einem Dreier mit einer Dienstschwester ganz zu schweigen. Des Weiteren bot nicht jede Eva Zungenküsse an. All diese Aspekte musste ich für das Gelingen unseres Vorhabens berücksichtigen. Außerdem wollte ich darauf achten, dass alle am Gewinn beteiligt wurden, so dass keinerlei Spannungen, Missgunst oder Neid zwischen ihnen aufkommen konnte. Gerade bei einem besonderen Großeinsatz war es mir überaus wichtig, die Sexkünstlerinnen tatkräftig ins Geschehen einzubinden, um zu bewirken, dass diese sich mit Spaß und Elan an dem Auftrag beteiligten. Ohne Ausnahme band ich deshalb die anwesenden Ladys in die Handlungen ein. Denn jede wollte mitmachen! 

Darüber hinaus gab es noch jede Menge Besorgungen zu erledigen, um alle erforderlichen Utensilien parat zu haben. Für eine glanzvolle Eheschließung brauchten wir schließlich ein hübsches Brautkleid……

 

Ob und wie wir die Wünsche von unserem „Engel Gabriel“ umgesetzt haben, kann man im Band 2 lesen

 

 

Nun eine weitere Leseprobe

 

Sexueller Missbrauch 

 

DORNENHIMMEL Band 2 -Boulevard der Begierde #unzensiert

 

Kapitel 13 Sexueller Missbrauch

 

Eines Morgens war meine Stimmung leidlich gereizt, warum auch immer. Prompt bekam ich obendrein eine abscheuerregende Anfrage, die mich bereits im Telefonat abstieß. Ich meldete mich: „SM-Studio, Mistress Dorina am Apparat!“ „Guten Tag, Mistress“, klang es aus dem Hörer. „Ich möchte eine Gewalttat mitmachen, bei der es sich um eine Vergewaltigung handelt. Ist das bei Ihnen möglich?“ Na, der Kerl war bei mir genau an der richtigen Adresse, vor allem bei meiner angefaulten Laune. Am liebsten hätte ich mein Schimpfwortrepertoire in den Hörer geschrien, indessen antwortete ich einfach nur entrüstet: „Sicherlich nicht! Vergewaltigungen bieten wir hier nicht an, das ist mit keiner der Ladys möglich!“ „Nein, nein!“, beeilte sich die anfragende Person, „so war es nicht gemeint! Entschuldigung, da habe ich mich leider zu undeutlich ausgedrückt. Ich möchte von einer oder am liebsten gleich von mehreren Damen entführt und von ihnen sexuell missbraucht werden!“ „Sie möchten tatsächlich entführt und missbraucht werden?“, fragte ich zur Sicherheit nach. „Gewiss, das kann ich eventuell arrangieren. Allerdings wäre das eine kostenintensive Angelegenheit, denn ich müsste dafür einiges in die Wege leiten. Außerdem haben Sie die Extrakosten für zwei zusätzliche Gefolgsfrauen zu übernehmen.“ Anschließend wollte er mir ausgiebig erklären, was genau er sich denn vorstellte. Nein, nicht mit mir! Ich unterbrach ihn betont bestimmt: „Sorry, Sie dürfen mir das hier am Telefon nicht ausführlich erläutern.“ Doch das kümmerte ihn nicht, er plapperte einfach munter weiter. „Stopp! Hallo, habe ich mich unklar ausgedrückt?“ Ich erklärte ihm mit resoluter Stimme, dass wir für solch ein Unterfangen unbedingt eine persönliche Erörterung führen müssten. In dieser könnten wir in vollem Umfang den gewünschten Ablauf besprechen. „Ich erwarte Sie pünktlich zu unserem ausgemachten Termin. 
Sofern wir bei diesem zu einer positiven Übereinstimmung kommen, dürfen Sie gleich eine Anzahlung in der Höhe des halben Honorars leisten!“ „Ich werde da sein“, gab er eingeschüchtert zur Antwort, „auf Wiederhören, Mistress!“ Das hätte dem so passen können, dachte ich mir immer noch leicht angesäuert. Mit einem Gast besprach ich den Ablauf und die Befriedigung seines Triebs nur persönlich. Dies ist äußerst wichtig bei mehrstündigen oder extravaganten Treffen. Wie oft hatte ich es in der Vergangenheit erlebt, dass solch ein Heini mir das Ohr abkaute, indem er mich bis ins kleinste Detail vollquatschte. Dabei bekam ich auch häufig mit, wie sich mein Gegenüber nebenbei einen von der Palme wedelte. Zu einem persönlichen Kennenlernen wäre der nie erschienen, denn er hatte bereits bekommen, was er wollte. Da war ich heute wachsamer, diese Ansinnen erstickte ich ohne mit der Wimper zu zucken im Keim. Schau‘n wir mal, dachte ich, ob der Fantast unser Stelldichein zur Besprechung tatsächlich einhalten würde. 
Ja, das tat er! Pünktlich saß er vor mir. Ich war irritiert über sein Erscheinungsbild. Er war überaus gepflegt und trug auffällig teure Markenklamotten. Obendrein war sein Redestil erstaunlich gewählt – dieser deutete an, dass er zweifellos aus der oberen Schicht kommen musste. Ich überlegte, welchen Beruf er wohl ausübte? Vermutlich hatte er einen gehobenen Posten. Viel später erfuhr ich durch einen Zufall, dass es sich bei ihm um einen Staatsanwalt handelte – sieh mal an ... 
Nachdem die Details und das Finanzielle geklärt waren, verabredeten wir uns für den nächsten Sonnabend. Er müsse sich aber gedulden, bis er kurzfristig vor der Tat Ort und Zeit telefonisch mitgeteilt bekäme. Folgende Story hatte er sich ausgedacht: Er wollte am helllichten Tag von mir sowie zwei Gehilfinnen, alle in extravaganter Lack-Leder-Kleidung, auf einem öffentlichen Parkplatz entführt werden. Wir sollten ihm gegenüber ausgesprochen bestialisch agieren. An einen ihm fremden Ort wollte er verschleppt und dort möglichst real gefangen gehalten werden. Außerdem wollte er mehrmals in grausamster Form sexuelle Nötigung erleiden. Meine Güte, ist das abartig, dachte ich angewidert. Wann ist bei dem die Gehirnmasse ausgelaufen? Wie kann man von so etwas nur träumen? Dies war mir in meiner Karriere noch nie untergekommen. Unweigerlich musste ich an den grässlichen Vorfall denken, den ich seit meinem zehnten Geburtstag aus meinem Gedächtnis verbannt hatte.
Meine Mutter war damals in der Hauptpost in Stuttgart angestellt. Den Job erledigte sie immer mit sehr viel Engagement, nicht nur, weil der Lohn sich sehen lassen konnte, sondern weil ihr die Tätigkeit viel Freude bereitete. Es war Fasching und etliche Angestellte wurden dazu abgestellt, am Rosenmontag im Betriebsrestaurant bei der internen Feier mitzuhelfen. Auch meine Mutter musste an diesem Mittag arbeiten, obwohl ich mein zehntes Wiegenfest hatte. Den Angestellten war es erlaubt, ihre Kinder zum Kostümfest mitzubringen, deshalb konnten mein Bruder und ich sie begleiten. Voller Vorfreude zogen wir unsere Verkleidungen an. Am Schlossplatz angekommen herrschte überall eine närrische Stimmung. Unzählige prächtig Kostümierte kreuzten unseren Weg. Im Postgebäude sahen wir Geschwister zum allerersten Mal einen Aufzug, den wir total beeindruckend fanden. Mit so einem Ding waren wir bis dato noch nie gefahren. Nachdem wir im vierten Stock ausgestiegen waren, begegneten uns die ersten maskierten Kollegen meiner Mutti. In der Kantine waren noch andere Kinder mit bunten Kostümen herausgeputzt. Wir bekamen dort zu essen und zu trinken, so viel wir wollten. Zwischendurch schauten die Erwachsenen begeistert zu den Kantinenfenstern hinaus. Sie bestaunten das bunte Treiben des vorüberziehenden Fastnachtsumzuges, der direkt an der Poststelle entlang in Richtung Innenstadt marschierte. Uns Geschwistern war dies bald zu langweilig. Wir tollten lieber mit den anderen Kindern durch das gesamte Gebäude, wo wir mit dem Aufzug unzählige Male durch alle Stockwerke sausten. Oh, was hatten wir für einen Spaß! Unsere Mutter war die gesamte Schicht beschäftigt, doch wenn wir zwischendurch bei ihr vorbeischauten, war sie dennoch in einer gelösten Stimmung. Vergnügt schäkerte sie mit ihren Kollegen und sah dabei toll aus in ihrem Spanierinnenkostüm. Ich war an diesem Tag zwar gerade mal zehn Jahre alt geworden, allerdings entging mir nicht, wie sich die Männer darum bemühten, mit meiner Mutti ins Flirten zu kommen.
Am späten Nachmittag war es deutlich leerer geworden. Etliche Leute waren bereits gegangen, doch meine Mama blieb bis zum Schluss, da die Mensa tipptopp geputzt werden musste. Ich hatte keine Lust, mich daran zu beteiligen, rumtollen im Etagenbau war doch viel interessanter. Leider war mit meinem Bruder nicht mehr viel anzufangen, er legte sich schlapp auf eine Bank zum Schlafen. Ok, dann würde ich halt noch ein bisschen alleine mit dem flotten Lift rauf- und runterbrausen! Während ich den Fahrstuhl herbeisehnte, trat ein als Clown verkleideter Mann neben mich. Er fing an mich auszuhorchen, ob ich auch mitfahren wolle. Ich schaute ihn nur nickend an, denn dieser Maskierte war mir nicht geheuer. Sobald sich die Aufzugtüren schlossen, machte er bereits einen Schritt auf mich zu. Ohne Umschweife streichelte er mir übers Haar. „Na, Hübsche, wie alt bist du denn?“ presste er mit einem merkwürdigen Schnaufen in der Stimme zwischen seinen Zähnen hervor, dabei wurden seine Streicheleien noch intensiver. Erschrocken und schweigsam wollte ich rückwärts ausweichen, was nicht möglich war, denn da war schon die Wand. Plötzlich drückte er mich kaltblütig und ohne Erbarmen beim nächsten Tätscheln über mein Haar gegen die Fahrstuhlwand. Heftige Angst stieg in mir hoch. Verzweifelt flehte ich: „Hör auf damit, ich will das nicht, geh weg! Ich sage es meiner Mutti!“ Er packte mich grob am Arm und forderte drohend: „Du wirst schön die Klappe halten, hast du mich verstanden?“ Hormongesteuert drängte er sich dabei noch stärker an mich. Ungerührt griff er mit schmerzender Kraft nach meiner kleinen Hand…………..

Wie dieses Monster mich damals weiter quälte, und wie unser Gefangener seine grausame Entführung erleiden durfte – erfahren sie in Band 2 Dornenhimmel – Boulevard der Begierde #unzensiert

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